Safran
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Safran

Rotes Gold

Von Dr. Harald Alex; Andrea Wagner
ISBN 978-3-89798-716-6
Auflage 1. Auflage von Oktober 2026 (Neuausgabe)
Format (B x H) 9.2 x 9.5 cm
Verarbeitung Hardcover / Klebebindung
Gewicht 66 g
Abbildungen 35 Fotos (farbig)
Seiten 128
Sprache Deutsch
Preis 6,00
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Safran ist kein gewöhnliches Gewürz oder einfach eine Färbepflanze. Das Gewürz entsteht aus drei feinen roten Fäden im Inneren einer violetten Blüte. Jede dieser Blüten öffnet sich nur für wenige Tage im Jahr – im Herbst, wenn die meisten Felder längst abgeerntet sind.
Und doch war Safran über Jahrtausende hinweg nicht nur in Palästen oder Apotheken zu finden, sondern auch in Backstuben und Küchen. Er färbte Teige gehl (gelb), Suppen orangeleuchtend und Festtagsgerichte golden. Gelb war mehr als eine Farbe – es war ein Versprechen. Der Goldton bedeutete Fest, Wohlstand, Feierlichkeit. Safran machte Speisen sichtbar besonders.
Wir verbinden Safran mit dem Iran, mit Spanien oder dem Kaschmir. Mit fernen Märkten im Orient. Kaum jemand denkt dabei an Mitteldeutschland – an Altenburg und Erfurt, an Torgau und Annaburg, an Wittenberg oder Dresden. Und doch wurde Safran hier angebaut.
Bereits im Spätmittelalter finden sich Hinweise auf Safrangärten nördlich der Alpen. In Residenzstädten wie Altenburg wuchs die Pflanze an sonnenexponierten Hängen. In Torgau, einem Zentrum der wettinischen Herrschaft, gehörte sie vermutlich zum Spektrum kostbarer Kulturpflanzen, die Hof und Stadt versorgten. Safran war Teil einer Wirtschafts- und Wissenskultur, in der Gewürze zugleich Arzneien, Farbstoffe und Statussymbole waren.
Im Laufe der Jahrhunderte verschwand der Safrananbau in Deutschland fast vollständig. Was blieb, war der Reim: „Safran macht den Kuchen gehl.“ Ein Echo aus einer Zeit, in der die violette Blüte im Herbst noch selbstverständlich zum Landschaftsbild gehörte.
Dieses Buch erzählt die Geschichte dieser Blüte. Es führt von der anti-ken Arzneikunde über mittelalterliche Kräuterbücher bis in die Residenzlandschaften der Wettiner. Es folgt den Spuren von Kurfürst Friedrich dem Weisen, der jene Städte prägte, in denen Safran wuchs. Und es begleitet die moderne Wiederentdeckung des „roten Goldes“ in Mitteldeutschland – von Altenburg über Torgau bis hin zur Vision einer Mitteldeutschen Safranstraße.
Denn Safran ist mehr als ein Gewürz. Er ist ein Bindeglied zwischen Küche und Apotheke, zwischen Handel und Hofkultur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Über die AutorInnen
Der promovierte Gärtner Dr. agr. Harald Alex begann nach seiner Pensionierung Schneeglöckchensorten für den Schneeglöckchen-Garten Döbrichau zu sammeln. Er ist aktiv im Förderverein LAGA 2022 Torgau e.V. und organisiert dort seit 2019 jeweils zum ersten Märzwochenende die Torgauer Frühblüher Ausstellungen. Seine neue Leidenschaft gilt dem Safran und dessen Wiederanbau in Mitteldeutschland im Rahmen der Mitteldeutschen Safranstraße.

Andrea Wagner (Jahrgang 1969) studierte Germanistik, Slawistik und Erziehungswissenschaften. Später bildete sie sich u. a. als Theaterpädagogin und Auditorin für Personalpolitik weiter. Die selbständige Auditorin für Beruf, Familie, familiengerechte Hochschule und Vielfalt gründete 2015 mit Dr. Frank Spieth das gemeinnützige Forschungszentrum W³ Wandel-Werte-Wege gGmbH, das sich dem Altenburger Safrananbau widmet.