Über Brecht und sein Leben ist nicht gerade wenig geschrieben worden. Er ist mehr als ein Klassiker der Moderne, „Mutter Courage“, „Das Leben des Galilei“ oder „Der gute Mensch von Sezuan“ sind Schullektüre. Mit seinem Epischen Theater hat er die Theaterarbeit auch konzeptionell beeinflusst, er hat Gedichte, Lieder, Prosa geschrieben, Genres miteinander verbunden und war ein ganz neuer Künstlertyp. Allerdings war alles stets auf ihn ausgerichtet. Seine Künstlerfreundschaften u.a. mit Hanns Eisler oder Kurt Weill schlugen sich in einer Vielzahl von Werken nieder. Die Frauen, die ihm zuarbeiteten, wurden namentlich erst sehr viel später bekannt.
In seiner Biografie bricht sich Zeitgeschichte, durch seine gesellschaftliche Position als Kommunist stand er im Fokus der Ereignisse. Früh gerieten seine Werke ins Visier der Nationalsozialisten, am Tag nach dem Reichstagsbrand verließ Brecht Deutschland und lebte an verschiedenen Orten im Exil: u.a. Wien, Schweiz, Paris, Dänemark, Schweden, Finnland und den USA. Mit seiner zweiten Ehefrau der Schauspielerin Helene Weigel zog er nach dem Krieg schließlich nach Ost-Berlin und schrieb dort weiter Theatergeschichte.
Nicht nur seine Werke, auch Brecht selbst hat stets polarisiert. Insbesondere sein ausgiebiges Liebesleben hat vornehmlich die Männerfantasien angeregt und provoziert bis heute Kontroversen.
Mit den verschiedenen Lebensstationen Bertolt Brechts beschäftigt sich Caroline Vongries in diesem Buch und gewährt dabei Einblicke in das Arbeits- und Privatleben dieses außergewöhnlichen Dramatikers. Ergänzt wird der Band durch ausgewählte Zitate aus seinen Werken.
Über die AutorInnen
Caroline Vongries (Jahrgang 1963) studierte Literatur- und Theaterwissenschaften. Seit 2009 schreibt sie Bücher. Dabei sind für die Literaturwissenschaftlerin vor allem Frauen- und Männerbilder, Menschenleben quer durch alle Zeiten interessant. Seit mehr als zwanzig Jahren ist sie Dozentin für kreatives Schreiben und betreibt ein eigenes Presse- und Literaturbüro. Seit 2013 hat sie Lehraufträge an den Hochschulen des Landes und gibt seit 2015 auch Deutschkurse für Flüchtlinge. Heute lebt und arbeitet die freiberufliche Journalistin, Autorin und Dozentin in Mecklenburg-Vorpommern. Im Polchower Pfarrhaus im sanft hügeligen Ostseehinterland bieten sie und ihr Mann Retreats, Kreativurlaub, Auszeiten und Workshops zum kreativen Schreiben an.